Warnstreik am Coca-Cola-Standort Münster: „Wir lassen uns nicht erpressen“

Mittwoch, 10. April, 10 bis 12.45 Uhr: zentrale Streikkundgebung in Dortmund, an der Reinoldikirche anschließend Demo durch die Dortmunder City

Münster, den 08.04.2019

Nachdem auch die dritte Verhandlung über einen neuen Entgelttarifvertrag für die 7.500 Beschäftigten der Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP) ergebnislos war, hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.

Die rund 100 Beschäftigten des Standortes Münster, Kesslerweg 14, 48155 Münster, werden am Mittwoch, den 10. April 2019, ab 6:00 Uhr ganztägig ihre Arbeit niederlegen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Nach dem Auftakt vor den Werkstoren fahren die Streikenden zur zentralen Kundgebung in Dortmund, wo bis zu 1.000 Beschäftigte des Brauseherstellers zusammenkommen werden.

„Wir lassen uns nicht erpressen", so Helge Adolphs, Geschäftsführer der NGG-Region Münsterland. „Wir fordern die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 180 Euro monatlich und der Vergütungen für die Auszubildenden um 100 Euro. Die Kolleginnen und Kollegen haben mehr verdient als die vom Arbeitgeber angebotenen 90 Euro in diesem und 80 Euro im nächsten Jahr".

„Unverschämt" nannte Adolphs, dass die Arbeitgeber ihr Magerangebot nur unter der Bedingung abgegeben hatten, dass die NGG einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten und damit der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zustimme. Adolphs wies darauf hin, dass in dieser Tarifrunde ausschließlich Löhne, Gehälter und Vergütungen für die Auszubildenden verhandelt würden. Der Tarifvertrag zur Arbeitszeit sei nicht gekündigt.

„Wenn die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlung am 11. und 12. April 2019 in Berlin nicht zur Besinnung kommen und uns ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, erklären wir die Verhandlungen für gescheitert und rufen zu Urabstimmungen auf. Unbefristete Streiks werden folgen", hat Verhandlungsführer Freddy Adjan auf der Auftaktkundgebung zu den derzeitigen bundesweiten Warnstreiks angekündigt.